Wo ist das Geld?

Jeden Monat dasselbe: Theoretisch müsste am Monatsende noch Geld übrig bleiben … aber irgendwie dümpelt dein Konto mehr oder weniger immer auf demselben Stand herum?

Ich habe eine etwas verrückt anmutende Idee, die ich selbst schon ein paar Mal erfolgreich umgesetzt habe.

Bezahl doch mal für deinen Sparerfolg

Richtig gehört! Du kennst das sicher, manchmal müssen wir Geld für etwas ausgeben, das wir auch ohne Geld bekommen könnten. Und obwohl wir wissen, dass es gut oder sogar wichtig für uns ist, machen wir es nicht – Thema Sport, Ernährung … oder Geld sparen.

Wenn normales Sparen einfach nicht klappt

Natürlich wäre es finanziell sinnvoller, jeden Monat 250 Euro einfach auf ein separates Konto zu überweisen. Keine Zinsen, keine Gebühren. Aber was ist, wenn du es trotz guter Vorsätze einfach nicht schaffst? Wenn rechnerisch jeden Monat Geld übrig wäre, es am Ende aber trotzdem weg ist?

Genau für diesen Fall ist die folgende Idee gedacht. Der Kredit bringt keinen finanziellen Vorteil. Er soll lediglich aus einem unverbindlichen Sparvorhaben eine feste Verpflichtung machen – einen selbst geschaffenen Sparzwang, für den man allerdings Zinsen bezahlt.

Wichtige Voraussetzungen

Damit das, was ich hier beschreibe, überhaupt klappen kann, solltest du dir sicher sein, dass du die folgenden Punkte erfüllst und strikt einhalten kannst:

  1. Nach Abzug aller Fixkosten und den Ausgaben für deinen Lebensunterhalt – plus Puffer für Unvorhergesehenes! – muss rechnerisch Geld am Monatsende übrig sein.
  2. Du bist gewissenhaft und zahlst deine Rechnungen und sonstigen Verpflichtungen wie Kreditraten pünktlich.
  3. Du gehst verantwortungsvoll mit geliehenem Geld um und gibst es nicht einfach aus.

Gut wäre darüber hinaus:

  • wenn du schon mal einen Kredit aufgenommen und vollständig zurückgezahlt hast
  • wenn du im Umgang mit Geld eher fortgeschritten bist

Meine Idee: Aktiv Geld sparen

Hast du schon mal einen Kredit ohne konkreten Grund aufgenommen? Warum eigentlich nicht? Lass uns mal rückwärts rechnen und folgende Annahmen für unser Beispiel treffen:

  • die oben genannten Voraussetzungen sind sicher erfüllt
  • am Monatsende müssten z. B. 250 Euro übrig bleiben
  • du bist kreditwürdig

Denken wir das mal für eine Laufzeit von einem Jahr durch:

12 Monate × 250 Euro = 3.000 Euro

Du nimmst einen Kredit über 3.000 Euro auf und legst das Geld sofort zur Seite. Anschließend zahlst du den Kredit Monat für Monat mit den 250 Euro zurück, die dir ohnehin übrig bleiben sollten.

Dabei entstehen natürlich Zinsen und möglicherweise weitere Kosten. Wie hoch diese ausfallen, hängt vom konkreten Kreditangebot ab.

Der Vorteil liegt nicht im Kredit selbst. Der Vorteil soll der psychologische Druck sein: Aus „Ich sollte diesen Monat sparen“ wird eine feste monatliche Verpflichtung.

Wenn du den psychologischen Effekt noch verstärken möchtest, kannst du das Geld bewusst aus deinem normalen Alltag entfernen. Mach dir den Spaß und hebe das Geld ab, sobald es auf deinem Konto eingegangen ist, und lege es an einen sicheren Ort. Am besten gebündelt – das hat dann sogar ein bisschen Hollywood-Filmcharakter und vielleicht einen zusätzlichen Grund, das Geld nicht anzurühren. Sicherer und praktischer ist allerdings ein separates Konto, auf das du im Alltag nicht ständig schaust.

Nach einem Jahr ist der Kredit zurückgezahlt und die ursprünglich zurückgelegten 3.000 Euro sind weiterhin vorhanden. Du hast dafür allerdings die Kreditkosten bezahlt – dein Sparbetrag ist also um diese Kosten geringer.

Wenn du dich dafür entscheidest, das Geld tatsächlich als Bargeld beiseitezulegen, ist das übrigens gar nicht so ungewöhnlich. Bargeld spielt für viele Menschen weiterhin eine Rolle – es bietet die Möglichkeit, Geld bewusst zurückzulegen und nicht ständig auf dem Girokonto verfügbar zu haben.

Ein Trend: Bargeld Zuhause, Statista

Und wenn was schiefgeht?

Es kann und wird immer etwas passieren. Das ist das Leben.

Für unser aktives Sparen ist das zumindest dann nicht sofort ein Problem, wenn das zurückgelegte Geld unangetastet bleibt. Solltest du tatsächlich in finanzielle Schwierigkeiten geraten, könntest du theoretisch auf das zurückgelegte Geld zurückgreifen. Die Kreditraten und Kreditkosten bleiben aber trotzdem bestehen. Und wer Raten nicht pünktlich zahlt, riskiert zusätzliche Kosten und möglicherweise negative Folgen für die eigene Bonität.

Und mit etwas mehr Risikobereitschaft

Natürlich kannst du die 3.000 Euro während des Jahres auch verzinst anlegen. Mögliche Zinserträge könnten die Kosten des aktiven Sparens reduzieren.

Aber Vorsicht: Ich bin kein Freund davon, mit geliehenem Geld zu spekulieren! Das ist sehr riskant!

Denn während die Kreditkosten sicher sind, sind mögliche Gewinne nicht garantiert. Für diese Idee sollte deshalb der Sparzwang im Mittelpunkt stehen – nicht die Hoffnung auf zusätzliche Rendite.

Wie viel bleibt mir am Monatsende?

Bevor du überhaupt über diese Methode nachdenkst, solltest du eine entscheidende Frage beantworten können: Wie viel Geld bleibt dir nach allen festen und regelmäßigen Ausgaben wirklich übrig? Denn wenn du bereits Schulden hast oder deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben nicht zuverlässig im Griff hast, ist diese Methode nicht geeignet.

Unser digitales Hilfsmittel hilft dir dabei, deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen. Berücksichtige dabei nicht nur Miete, Versicherungen oder Kreditraten, sondern auch Lebensmittel, Freizeit und einen realistischen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben.

Denn nur wenn am Monatsende tatsächlich dauerhaft Geld übrig bleibt, kann aktives Sparen überhaupt funktionieren.

Finanzen planen mit Pengueen

Digitales Hilfsmittel
Wir nutzen die Plattform Pengueen, um digitale Hilfsmittel anzubieten. Wenn du dieses Logo siehst, befindet sich dahinter ein passendes Hilfsmittel zu diesem Beitrag.


Wie immer und wichtig!

Dein eigenes Risiko!

Wir schreiben in unserem Online Magazin über Dinge, die wir selber so erlebt haben. Wir geben keine Beratung, höchstens Tipps.

Wenn du nachmachen möchtest, von dem wir hier schreiben, erfolgt das ausschließlich auf dein eigenes Risiko!

Spekuliere nur mit deinem eigenen Geld und nur dann, wenn du deine Rechnungen und laufenden Kosten dennoch zahlen kannst.